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Mediation

Mediation als Verfahrensform alternativer Streitbeilegung


Was ist Mediation?

Die Mediation ist ein freiwilliges und vertrauliches strukturiertes Verfahren als Alternative zum ordentlichen Rechtsweg (Alternative Dispute Resolution). Die Mediation eignet sich insbesondere dort, wo eine angeschlagene, persönliche Beziehung nicht in einer Katastrophe enden, sondern erhalten und weiterentwickelt werden soll, beispielsweise bei einer Erbteilung innerhalb der Familie, zwischen Handels- und Vertragspartner, unter Stockwerkeigentümern oder Nachbarn, am Arbeitsplatz sowie generell in Unternehmungen.

 

Was macht der Mediator?

Der Mediator hilft den Parteien, sich über ihre Interessen und Bedürfnisse klar zu werden und diese bei der Mediation zum Ausdruck zu bringen. Der Mediator ist für das Verfahren der Mediation verantwortlich. Er moderiert und leitet die Parteien durch das strukturierte Mediationsverfahren. Er ist neutral, wertet oder urteilt nicht, sondern versucht alle Konfliktparteien zu verstehen. Indem er aktiv zuhört, gezielt rückfragt und das in Worte fasst, was "zwischen den Zeilen" gesagt wird, hilft er den Parteien, sich gegenseitig zu verstehen. Dies fördert den Lösungsprozess mit dem Endziel, dass die Parteien selber mithilfe des Mediators eine realisierbare Vereinbarung finden, um den Konflikt zu lösen.

 

Chancen und Vorteile einer Mediation

  • Die Parteien spielen eine aktive Rolle bei der Konfliktbearbeitung und sie können sich darüber Klarheit verschaffen, was sie wirklich wollen und warum.
  • Die Parteien können in der Mediation mehr über die Beweggründe des anderen erfahren. Nicht nur das gegenseitige, sondern auch das Verständnis in die eigene Position wird gefördert.
  • Es können kreative, massgeschneiderte und bedürfnisgerechte Lösungen weit über den Prozessinhalt zum Vorteil aller Konfliktparteien gefunden werden. Der Konflikt kann zu einem wirklichen Abschluss gebracht werden, ohne Folgeverfahren, denn die Akzeptanz einer selbst erarbeiteten Lösung ist viel grösser und beständiger.
  • Die Lösungen sind zukunftsgerichtet und die Erfahrungen in der Mediation können sich auf den Umgang mit zukünftigen Konflikten positiv auswirken (verbesserte Konfliktlösungskompetenzen).
  • Das Mediationsverfahren ist zeitlich überschaubar.
  • Die Mediation ist effizient und im Vergleich zum Gerichtsverfahren kostengünstig.


Verhandeln nach dem Harvard-Konzept

Das Harvard-Konzept dient der Mediation als Grundlage für das sachbezogene Verhandeln. Beim Harvard-Konzept steht der grösstmögliche Nutzen für beide/alle Verhandlungsparteien im Vordergrund. Es hilft Konflikte gewinnbringend für alle Beteiligten zu lösen. Durch offenes, konstruktives und mehrwertschaffendes Verhandeln werden Win-Win-Situationen hergestellt. Ziel ist, tragfähige Lösungen im Interesse aller Beteiligten zu finden und freundschaftlich zu Einigungen zu gelangen, ohne zu unterliegen.

 

Gemäss Harvard-Konzept ist der Konflikt ein unvermeidlicher und sogar nützlicher Teil des Lebens, weil er Veränderungen und Erkenntnisse ermöglichen kann. Nach der Methode des sachbezogenen Handelns sollen Streitfragen besser nach ihrer Bedeutung und ihrem Sachgehalt entschieden werden, als in einem Prozess des Feilschens um das, was jede Partei unbedingt zu wollen oder nicht zu wollen behauptet. Dabei soll primär weitestgehend auf gegenseitigen Nutzen hingearbeitet werden. Bei einander widersprechenden Interessen soll das Verhandlungsergebnis auf faire und durch Anwendung neutraler Beurteilungskriterien vom beiderseitigen Willen unabhängigen Prinzipien beruhen.

 

Die vier methodischen Grundaspekte des sachbezogenen Verhandelns sind:

  • Die Menschen und Ihre Probleme getrennt voneinander zu behandeln.
  • Sich auf die Interessen aller zu konzentrieren, nicht auf Ihre Positionen.
  • Entscheidungsmöglichkeiten zum beidseitigen Vorteil zu entwickeln.
  • Objektive Beurteilungskriterien anzuwenden.


Leitgedanken der Mediation

Die Konfliktparteien sollen nach dem Grundsatz der Eigenverantwortung und Selbstbestimmung den Weg zur Lösung unter Leitung des Mediators selbst bestimmen. Sie müssen für ihre eigenen Entscheidungen selber die Verantwortung übernehmen. Der Mediator hat daher keinerlei Entscheidkompetenz, denn er ist neutral und allparteilich.

 

Die Mediation ist Bedürfnis- und Interessenorientiert. Im Mittelpunkt der Mediation steht die Frage: "Worum geht es den Parteien wirklich und was ist ihnen tatsächlich wichtig?", um eine gütliche Lösung zu finden.

 

Freiwilligkeit ist ein zentraler Aspekt der Mediation, denn die Bereitschaft der Konfliktparteien zur Mitarbeit ist die treibende Kraft des gesamten Verfahrens. Aus diesem Grund kann eine (gescheiterte) Mediation jederzeit abgebrochen werden.


Weitere Infos zur Mediation finden Sie hier und in folgendem Merkblatt.